Trigami Blog

Offizieller Blog der Trigami AG zum Thema Social Media Marketing

July 26th, 2007 by Remo Uherek

Heute habe ich mit dem Verfasser des yourcha-Blogs telefoniert. Der yourcha-Auftrag ist der trigami-Auftrag, bei dem der Schuss bisher am massivsten nach hinten los ging und die (negative) Eigendynamik der Blogosphäre bisher am eindrücklichsten demonstriert wurde.

Ich habe erfahren, dass an der Auswertung der geschriebenen Beiträge und am Verfassen des yourcha-Blogs insgesamt 3 Mitarbeiter von yourcha beteiligt waren und sind. Die Vorkommnisse haben den Verantwortlichen schlaflose Nächte bereitet und sie arbeiten sehr hart daran, die von den Bloggern geforderte Offenheit und Transparenz zu liefern. In der Stellungnahme wird meines Erachtens sehr schön dargelegt, wie aus einer Vermutung eine vermeintliche Tatsache geworden ist und die Eigendynamik dann ihren Lauf genommen hat.

Eines vorweg:
An den beiden trigami-Grundsätzen - klare Kennzeichnung und redaktionelle Freiheit - wurde und wird ausnahmslos festgehalten, auch im Fall von yourcha.

Dennoch kann das Resultat für yourcha nun enorm geschäftsschädigend sein, da alle (negativen) Artikel womöglich noch jahrelang über Suchmaschinen gefunden werden und dem Unternehmen nachhaltig schaden können. Unser Ziel muss sein, solchen Situationen proaktiv vorzubeugen und unsere Kunden besser zu beraten. Denn wenn solche Ergebnisse resultieren, muss etwas falsch gelaufen sein.

So hätten wir folgendes besser machen können:
Wir müssen jedem Kunden empfehlen, bereits vor einem trigami-Auftrag in die Blog-Konversationen einzusteigen, im Optimalfall mit einem eigenen Blog. Schliesslich geht es um Dialoge, und dazu gehören immer zwei Parteien - ansonsten riskiert man Einseitigkeit.

So schreibt yourcha in ihrer Stellungnahme:

(…) Werbung am 14.02.2007

(…)

Mit diesem Blog-Eintrag wurde das Gerücht des des „Datenhändlers“ ins Leben gerufen!

Es hält sich bis heute, denn diese Feststellung wurde in der folgenden Zeit von Bloggern direkt übernommen..

(…) Wir haben diese Blog-Einträge gesehen und zu diesem Zeitpunkt entschieden, nicht zu reagieren, da es sich um ein geringe Anzahl an Einträgen handelte.

Diese Entscheidung war in meinen Augen fatal und hat das Ergebnis massgebend beeinflusst. Ein paar passende Zitate aus Naked Conversations:

“Avoiding controversial conversations that can shape your company’s future, it seems to us, is a great way to do it wrong.”

“Speed of response is essential when facing a crisis.”

“When a company shows that it is listening and responding, people stop yelling at it.”

Da yourcha nun einen Corporate Blog betreibt, habe ich mir nicht nehmen lassen, die folgenden Wünsche auszusprechen:

1. Ich würde mir wünschen, dass der Blog-Autor seine Identität preisgibt. Dies würde die Glaubwürdigkeit in meinen Augen massiv erhöhen. Ihr würdet Euch wundern, wer den Blog verfasst ;-)
2. Ich würde mir wünschen, dass der Blog von der Website prominent verlinkt würde
3. Ich würde mir wünschen, dass die Stellungnahme nicht der einzige Inhalt des Blogs wäre
4. Ich würde mir wünschen, dass jede Frage der Blogger mit den entsprechenden Fakten und Beweisen beantwortet werden würde (konkrete Namen, konkrete Zahlen, konkrete Fakten eben)
5. Ich würde mir wünschen, dass sich Sven Reuter persönlich zu seiner Doppelrolle äussern würde
6. Ich würde mir wünschen, dass das Marketinginstrument Briefe/Direktmarketing kritisch gewürdigt und z.B. mit Einblicken in die und von der Global Group ergänzt würde
7. Ich würde mir wünschen, dass yourcha einen Tag der offenen Tür verantstalten würde, damit sich jeder Blogger ein eigenes Bild vom Unternehmen und den Menschen machen kann
8. Ich würde mir wünschen, dass yourcha z.B. mit einem Video-Firmenporträt bereits jetzt Einblicke ins Unternehmen gewährt und die dahinterstehenden Menschen vorstellt
9. Ich würde mir wünschen, wenn yourcha die Learnings von “Naked Conversations” anwenden würde
10. Ich würde mir wünschen, dass diese Krise als Chance gepackt würde und yourcha in einigen Jahren behaupten kann, dass der Blog und der Dialog mit den Bloggern ein entscheidender Erfolgsfaktor und Meilenstein gewesen ist

In diesem Sinne wünsche ich mir, dass wir alle daraus lernen und es in Zukunft besser machen werden.

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9 Kommentare zu “Was wir aus dem yourcha-Fall lernen können”

  1. Simon Columbus Says:

    Zehn Wünsche, denen ich mich nur anschließen kann…

  2. mats Says:

    dito

    Wie in meinem Blog gesagt, bin ich nach wie vor skeptisch. Erst, wenn yourcha sich etabliert und bewiesen hat, werde ich alle Zweifel gänzlich ablegen.
    Bis dahin empfehle ich allen neuen Usern, sich selbst ein Bild zu machen.

  3. Schnitzel Says:

    Ich fand die Reaktion von yourcha auf die Kritiken bisher sehr gut, das ist auf jeden Fall sympathisch. Allerdings finde ich die Kommentare, die vom Yourcha-Blog in anderen Blogs angegeben wurden ein wenig hölzern. Dieser sprichwörtliche “Stock-im-Ar***” muss da noch raus, dann habe ich an der Kommunikation nichts mehr zu meckern.

  4. Thekenmeister Says:

    Wenn Du schon Wünsche aussprichst, dann laß bitte dieses “ich würde” davor weg. Der Konjunktiv schwächt es sinnlos ab.

  5. Sachar Says:

    Yourcha hat einen Fehler gemacht: Sie wollten auf den Zug Blog-Trend aufspringen, ohne zu wissen, wohin die Reise führt. Ich hätte ihn vorher eine Probefahrt empfohlen. Wie auch allen Anderen, die von Blogs profitieren wollen. Wenn man das Medium nicht kennt, begibt man sich auf Glatteis.

  6. Dieter Petereit Says:

    Wie wär es, anstelle von “stimmt alles nicht” mal mit der Bekanntgabe von Referenzen, jedenfalls im AG-Bereich, vielleicht auch aus dem AN-Bereich? Welche Topkunden gibt es? Wieviele Stellen wurden bislang schon erfolgreich vermittelt? Wie wäre es mal mit der Auflösung der Unternehmensverflechtungen? Wie wäre es mit - wie von Remo schon gefordert - Transparenz? Der eine überlange Blogeintrag bei yourcha überzeugt mich jedenfalls überhaupt nicht.

  7. Sachar Says:

    In der Tat. Der zeigt nur, dass die Damen und Herren von yourcha von Bloggen nichts verstehen. Wer will denn so eine Textwüste lesen?

  8. Dieter Petereit Says:

    Selbst wenn man sich durchquält; schlauer im Sinne von objektiver informiert wird man dadurch nicht.

  9. Fussl Says:

    Weiss jemand, was mit Yourcha in der Schweiz los ist?

    Heute, 27. November 2007, um 17.40 Uhr flatterte folgende Mail in mein Postfach:

    Sehr geehrte(r) Herr XXXXXXXX,
    Pioniere stossen manchmal auf ungeahnte länderspezifische Hindernisse.
    Unvorhersehbare rechtliche Einwände im Zuge des Bewilligungsverfahrens machen es notwendig, dass wir unser Karriere-Portal für Jedermann http://www.yourcha.ch kurzfristig inaktiv schalten müssen. Ihr bereits hinterlegtes yourcha®-Profil kann daher derzeit weder von Ihnen noch von Unternehmen eingesehen werden.
    Selbstverständlich arbeiten wir jedoch bereits gezielt und mit Nachdruck an einer schnellen Klärung der Rechtslage und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.
    Ihr Einverständnis vorausgesetzt, schreiben wir Sie in Kürze erneut an, sobald wir unser Schweizer yourcha®-Portal http://www.yourcha.ch wieder freischalten.
    Wir hoffen auf Ihr Verständnis.
    Mit freundlichen Grüssen

    yourcha AG, Itzbachweg 16-20, D-65510 Idstein
    Phone: +49 (0) 0800 / 0106 200

    Vorstand: Sven Reuter (CEO)
    Aufsichtsrat: Carsten Laufenberg (Vorsitzender),
    Michael Felzer, Ulrich Just
    Handelsregister Amtsgericht Wiesbaden
    Register-Nr.: HRB 23131

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