18. Januar 2010 von Remo Uherek
Updates:
- 26.1.2010, 15:45 Uhr: Ein weiteres Interview mit mir ist bei PAGE online erschienen. Ansonsten hat sich die Situation wieder weitgehend beruhigt. Was jetzt immer häufiger vorkommt ist Interesse am Thema “Krisen-Kommunikation” allgemein und welche Konsequenzen und Herausforderungen sich daraus für die Kommunikations-Strategien von Unternehmen ergeben. Ein sehr spannendes Thema! Auch hier stehen wir gerne für Interviews zur Verfügung.
- 22.1.2010, 10:40 Uhr: Der Stern-Artikel wurde auf unseren Hinweis hin korrigiert (dafür hat sich ein ganz kleiner neuer Fehler eingeschlichen: Nun werden wir mit dem Bekleidungshersteller TRIGEMA verwechselt ;-). Jedoch weist der Berliner Zeitung-Artikel weiterhin zwei Fehler auf: Erstens wird weiterhin nicht korrekt zwischen Advertorials und Text-Reviews unterschieden und zweitens ist von gekauften Foren-Äusserungen die Rede: “Offenbar hat die SZ Blogger dafür bezahlt, dass sie sich in Foren und Blogs ausschließlich lobend über das Programm äußern.” Dies ist nicht korrekt. Foren waren nie Bestandteil der Kampagne und wurden im Briefing auch nie erwähnt. Falls Kommentare in Foren veröffentlicht wurden (wovon wir keine Kenntnis haben), dann handelt es sich ausschliesslich um freiwillige Kommentare ausserhalb der Trigami-Kampagne.
- 21.1.2010, 13:15 Uhr: In der Hitze des Gefechts ist mir ein weiterer Fehler unterlaufen. Ich habe den Kunden zu wenig gut auf unsere Best Practice hingewiesen, wir wir mit solchen Krisen/Skandalen umgehen bzw. wie wir unseren Kunden empfehlen damit umzugehen. Dies habe ich nun in einer E-Mail an den Kunden nachgeholt. Wie gestern bereits im fudder.de-Interview dargestellt (dritt- und zweitletzte Frage), empfehlen wir in diesem Fall die Prinzipien von “Naked Conversations” und des “Cluetrain Manifesto” anzuwenden. In der Praxis geht alles extrem schnell, und es ist sehr schwierig, dies unter enormem Zeitdruck alles sauber umzusetzen. Optimal wäre jedoch gewesen, wenn wir vor der ersten öffentlichen Kommunikation gemeinsam mit dem Kunden eine Strategie erarbeitet, die wir dann in der Folge gemeinsam umgesetzt hätten. In Zukunft werden wir uns bemühen, auch diesen Prozess besser zu machen. Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Erkenntnisse aus dem yourcha-Fall im Jahr 2007.
- 21.1.2010, 12:55 Uhr: Im Altpapier vom Mittwoch wird die ganze Geschichte schön zusammengefasst.
- 21.1.2010, 09:10 Uhr: Auf medienhandbuch.de nimmt Jan Tißler vom UPLOAD-Magazin ausführlich Stellung zu Werdegang und Erkenntnissen. Solche und weitere Artikel finden sich auch über Google News.
- 20.1.2010, 21:50 Uhr: Auf fudder.de ist ein ausführliches Interview mit mir erschienen, welches heute Nachmittag telefonisch durchgeführt wurde. Für weitere Interviews stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns einfach!
- 20.1.2010, 17:50 Uhr: Sowohl der Stern-Artikel als auch der Berliner Zeitung-Artikel sind leider fehlerhaft. Es wird nicht korrekt zwischen Advertorials und Text-Reviews unterschieden. Advertorials sind redaktionelle Werbeanzeigen, die mit [Trigami-Anzeige] gekennzeichnet sind, Text-Reviews sind redaktionelle Testberichte, die mit [Trigami-Review] gekennzeichnet sind. Beide Kennzeichnungen sind mit www.trigami.com verlinkt, damit sich die Leser transparent über Trigami informieren können. Leider wurde auch in anderen Medien nicht zwischen Werbung und Rezensionen unterschieden und so der Eindruck vermittelt Trigami würde unter dem Titel “Trigami-Reviews” nicht die Meinung des Autoren sondern Werbung verbreiten. Der Stern schreibt: ‘… “Ganz klar” [als Werbetext ausgewiesen zu sein] bedeutet, dass am Anfang eines Beitrags “Trigami-Review” steht. …’. Nein. Diese Kennzeichnung [Trigami-Review] welche bewusst links oben im Lesefluss angebracht ist, bedeutet, dass man die freie Meinung des Autoren liest. [Trigami-Anzeige] weist mit dem verständlichen Wort “Anzeige” auf Werbung hin. Siehe auch unseren FAQ-Artikel “Müssen Blogger das schreiben, was die Kunden hören möchten?“, der die Unterschiede zwischen den einzelnen Kampagnen-Formen klar darstellt.
- 20.1.2010, 16:00 Uhr: Aktuelle Reaktionen, insbesondere auf den sueddeutsche.de-Artikel finden sich zusammengefasst auf Rivva. Auch stern.de hat inzwischen berichtet.
- 19.1.2010, 18:05 Uhr: Der SZ-Artikel wird auch als Tweet veröffentlicht.
- 19.1.2010, 17:50 Uhr: Ein Artikel auf sueddeutsche.de geht online.
- 19.1.2010, 17:30 Uhr: Wir haben der sueddeutsche.de GmbH die gesamten Kosten der Kampagne (100%) zurückerstattet. Die Blogger-Honorare und Mitarbeiterkosten zahlen wir aus der eigenen Tasche. Dies hat die Trigami-Geschäftsleitung bereits gestern beschlossen. Eine so hohe Rückerstattung haben wir noch nie gewährt.
- 19.1.2010, 11:20 Uhr: Im “20 Minuten Online”-Artikel wird nun unser Firmen-Blog verlinkt und erwähnt, dass alle 25 Blogger erfolgreich ausbezahlt wurden.
- 18.1.2010, 18:30 Uhr: Alle 25 für die Kampagne bestätigen Blogger haben soeben ihr volles Honorar plus eine Spesen-Entschädigung in Höhe von 1,59 EUR erhalten und wurden per E-Mail informiert. D.h. auch diejenigen Blogger, die die App noch nicht gekauft haben, können dies gerne noch nachholen. Die Kampagne wurde nun auch technisch im Trigami-System endgültig beendet.
- 18.1.2010, 16:45 Uhr: Auch Internetworld Business hat bereits berichtet
- 18.1.2010, 16:35 Uhr: Bei Rivva (hier und hier) kann man sich einen guten Überblick verschaffen. Auch Macnotes hat nun einen Artikel veröffentlicht.
- 18.1.2010, 16:06 Uhr: Ein Artikel bei heise online geht online.
- 18.1.2010, 16:30 Uhr: Auch die W&V und maclife.de haben inzwischen berichtet.
- 18.1.2010, 16:05 Uhr: Wir haben die 7 Blogger, die bereits einen Artikel veröffentlicht haben, nochmals per Newsletter darüber informiert, dass diese Artikel gerne online bleiben können. Gemäss telefonischer Bestätigung hat die SZ nichts dagegen, dass die bisherigen Trigami-Artikel online bleiben.
- 18.1.2010, 15:20 Uhr: In diversen Artikeln ist von einem Blogger-Honorar von 17 EUR die Rede. Dies ist nicht korrekt. Wir verhandeln mit jedem Blogger einzeln, siehe FAQ-Kategorie zum Thema Verdienst und Honorar. Von den angenommenen Bloggern dieser Kampagne beträgt das höchste Honorar 120 EUR. Es haben sich auch Blogger beworben mit Honorar-Wünschen von 400-950 EUR. Es gibt reichweitenstarke Blogger bei uns, die verdienen regelmässig 200-400 EUR pro Trigami-Artikel.
- 18.1.2010, 15:05 Uhr: Inzwischen wurde der “20 Minuten Online”-Artikel aktualisiert, auch mit Zitaten von mir.
- 18.1.2010, 14:30 Uhr: Die Kritik von Stefan Petersen bezüglich der Spesen, die von den Bloggern zu bezahlen sind, ist berechtigt. Alle bestätigten Blogger der Süddeutsche Zeitung-Kampagne werden die 1,59 EUR als Spesen-Entschädigung zusätzlich erstattet bekommen. Für die Zukunft werden wir eine standardisierte Spesen-Regelung entwickeln.
- 18.1.2010, 14:28 Uhr: Die Kampagne wurde nun korrigiert. Statt Advertorials ist es nun eine Text-Review-Kampagne. Auch das Blogger-Briefing entspricht nun wieder unseren Qualitätsanforderungen. Alle teilnehmenden Blogger wurden per Newsletter informiert. Ausserdem wurden die Blogger informiert, dass die Kampagne per sofort gestoppt wird.
- 18.1.2010, 13:30 Uhr: Soeben mit “20 Minuten Online” telefoniert. Es gibt bereits einen Artikel zu diesem Thema. Auch andere haben schon berichtet, wie z.B. kress.de.
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Offizielle Stellungnahme der Trigami AG vom 18. Januar 2010, 12:57 Uhr
Lieber Jan
Herzlichen Dank für Deine Kritik.
Nachdem ich jetzt die Situation detailliert analysiert und mit allen Mitarbeitern und auch Herrn Bilz-Wohlgemuth persönlich besprochen habe, möchte auch ich hier Stellung beziehen:
1. Wir als Trigami haben grossen Mist gebaut! Punkt.
2. Unsere interne Qualitätskontrolle hat versagt, und diesen Fehler nehme ich auf meine Kappe, denn ich habe die entsprechenden Mitarbeiter persönlich eingeschult. Wäre das Blogger-Briefing über meinen Tisch gegangen, dann hätte ich es nicht freigegeben, denn ich hätte das Risiko, dass so eine Lawine (berechtigter) Kritik entstehen kann, durchaus vorausgesehen.
3. Von Anfang an gilt bei uns das Prinzip der Kennzeichnungspflicht:
- “Jede Trigami-Kampagne wird vor dem Inhalt ganz klar als solche ausgewiesen, und zwar mittels eines kurzen Hinweises.” (Quelle)
- “Wir distanzieren uns ausdrücklich von Schleichwerbung (d.h. nicht gekennzeichneter Werbung). Trigami-Kampagnen sind klar und sichtbar gekennzeichnet und haben mit Schleichwerbung nichts gemeinsam.” (Quelle).
- Auch unsere Blogger-Regeln sind entsprechend streng: “Kennzeichnung der Blogeinträge: Die Kennzeichnung (insbesondere der zur Verfügung gestellte Code) der Blogeinträge darf zu keinem Zeitpunkt verändert oder entfernt werden. Die Kennzeichnung muss immer ganz oben vor dem Anfang des Beitrages (d.h. zwischen Titel und Blogeintrag) angebracht werden. Der Hintergrund dafür ist, dass wir die Leser bereits vor dem Beginn des Inhalts vollständig informieren, d.h. auf keinen Fall irreführen möchten. Sollte sich die Kennzeichnung ändern, darf natürlich die alte Kennzeichnung jederzeit mit einer neuen und aktuellen Kennzeichnung ersetzt werden.”
4. Durch immer komplexere Kampagnen (nicht zuletzt auch durch die Einbezugnahme von Twitter, Facebook und weiteren Kanälen) haben wir diesen Grundsatz in einigen wenigen Fällen nicht immer 100% einhalten können. Es gibt bereits ein internes Projekt zu diesem Thema, um diesen Missstand möglichst schnell zu beseitigen.
5. Wir werden das Blogger-Briefing nachträglich so anpassen, dass es unseren internen Richtlinien und Qualitätsanforderungen entspricht.
6. Wir werden die Kampagne auf Wunsch des Kunden per sofort stoppen. Die Blogger, die bisher verbindlich für die Kampagne angenommen wurden, erhalten alle wie vereinbart ihr Honorar. Wir werden allen teilnehmenden Bloggern per E-Mail kontaktieren und die nächsten Schritte kommunizieren.
7. Herr Bilz-Wohlgemuth hat mir telefonisch ausdrücklich bestätigt, dass das Ziel der Kampagne niemals war, Bloggern vorzuschreiben, was sie zu sagen hätten. Es sei lediglich zum Ausdruck gebracht worden, dass das Wunschresultat der Kampagne möglichst viele positive Berichte und Kommentare (auch im Apple Store) wären (wer möchte das nicht…). Aufgrund eines internen Fehlers ist diese Information dann wortwörtlich ins interne Briefing gerutscht und ist dann bis zuletzt drin geblieben und bedauerlicherweise auch ins öffentliche Blogger-Briefing übertragen worden. Aufgrund dieses Kommunikations-Fehlers ist dem Kunden empfohlen worden, eine Advertorial-Kampagne zu machen, obwohl eine Text-Review Kampagne die deutlich bessere Wahl gewesen wäre (insbesondere für die Leser, also auch für den Kunden). Daraus werden wir interne Konsequenzen ziehen, damit dies nicht mehr passiert.
Ich bedaure diese Situation und ich entschuldige mich bei allen Beteiligten (insbesondere der Süddeutschen Zeitung) für diese massiven Fehler unsererseits. Wir haben nun nicht nur einen renommierten Kunden verloren, sondern wir haben vielen Menschen unnötigen Stress und Kummer verursacht. Das tut mir sehr Leid!
Freundliche Grüsse
Remo Uherek
Geschäftsführer, Trigami AG
(Quelle: Kommentar bei UPLOAD-Magazin)
Offizielle Stellungnahme der sueddeutsche.de GmbH vom 18. Januar 2010, 11:42 Uhr
Hallo Herr Tißler,
Mein Name ist Peter Bilz-Wohlgemuth, ich bin hier bei sueddeutsche.de für das Marketing und damit auch für die Trigami-Kampagne verantwortlich. Bitte erlauben Sie mir, noch mal kurz Stellung zu Ihrem Beitrag zu nehmen:
1. Wir wollten eine virale Kampagne lancieren
Dazu haben wir bei Trigami eine Blog-Kampagne in Auftrag gegeben. Wir haben jedoch immer betont, dass wir mitnichten „lobende Blogposts“ haben wollen, sondern uns gerade für Trigami entschieden, weil – wie Sie ja selbst schreiben – hier der Blogger die Freiheit hat, zu entscheiden, was er schreibt und was nicht. Ich zitiere aus Ihren eigenen Worten: „Über Trigami habe ich auch hier im Blog bezahlte Postings veröffentlicht – wenn sie thematisch passend waren und ich die Freiheit bekam, selbst über den Inhalt zu entscheiden.“ Dass wir dabei eben nicht eine unreflektierte „Lobhudelei“ wollten, können Sie auch daran sehen, dass wir als Voraussetzung für die Rezension einen Download und damit verbundene Beschäftigung der App gefordert haben.
2. Das war ein Fehler
Dennoch zeigt Ihr Feedback und das der Blogosphäre, dass diese Form des Marketings nicht den Erwartungen an uns entspricht. Wir werden daher in Zukunft von diesen Formen des Marketings Abstand nehmen.
3. Wir ziehen die Konsequenzen
Wir haben uns daher auch entschieden, mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit Trigami zu beenden und haben die Kampagne bereits gestoppt.
Mit freundlichen Grüßen,
Peter Bilz-Wohlgemuth
(Quelle: Kommentar bei UPLOAD-Magazin)
(via UPLOAD-Magazin)
Über Trigami
- Schon gewusst, dass Trigami nicht nur Werbung, sondern auch Marktforschung anbietet?
- Schon gewusst, dass Trigami auch Corporate Blogs betreut? Das Kontaktlinsen Magazin geht bald online.
- Schon gewusst, dass aktuell 10 Trigami-Kampagnen laufen und dass wir seit 2007 schon über 300 Kampagnen durchgeführt haben?