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Lieber Jan
Herzlichen Dank für Deine Kritik.
Nachdem ich jetzt die Situation detailliert analysiert und mit allen Mitarbeitern und auch Herrn Bilz-Wohlgemuth persönlich besprochen habe, möchte auch ich hier Stellung beziehen:
1. Wir als Trigami haben grossen Mist gebaut! Punkt.
2. Unsere interne Qualitätskontrolle hat versagt, und diesen Fehler nehme ich auf meine Kappe, denn ich habe die entsprechenden Mitarbeiter persönlich eingeschult. Wäre das Blogger-Briefing über meinen Tisch gegangen, dann hätte ich es nicht freigegeben, denn ich hätte das Risiko, dass so eine Lawine (berechtigter) Kritik entstehen kann, durchaus vorausgesehen.
3. Von Anfang an gilt bei uns das Prinzip der Kennzeichnungspflicht:
- “Jede Trigami-Kampagne wird vor dem Inhalt ganz klar als solche ausgewiesen, und zwar mittels eines kurzen Hinweises.” (Quelle)
- “Wir distanzieren uns ausdrücklich von Schleichwerbung (d.h. nicht gekennzeichneter Werbung). Trigami-Kampagnen sind klar und sichtbar gekennzeichnet und haben mit Schleichwerbung nichts gemeinsam.” (Quelle).
- Auch unsere Blogger-Regeln sind entsprechend streng: “Kennzeichnung der Blogeinträge: Die Kennzeichnung (insbesondere der zur Verfügung gestellte Code) der Blogeinträge darf zu keinem Zeitpunkt verändert oder entfernt werden. Die Kennzeichnung muss immer ganz oben vor dem Anfang des Beitrages (d.h. zwischen Titel und Blogeintrag) angebracht werden. Der Hintergrund dafür ist, dass wir die Leser bereits vor dem Beginn des Inhalts vollständig informieren, d.h. auf keinen Fall irreführen möchten. Sollte sich die Kennzeichnung ändern, darf natürlich die alte Kennzeichnung jederzeit mit einer neuen und aktuellen Kennzeichnung ersetzt werden.”4. Durch immer komplexere Kampagnen (nicht zuletzt auch durch die Einbezugnahme von Twitter, Facebook und weiteren Kanälen) haben wir diesen Grundsatz in einigen wenigen Fällen nicht immer 100% einhalten können. Es gibt bereits ein internes Projekt zu diesem Thema, um diesen Missstand möglichst schnell zu beseitigen.
5. Wir werden das Blogger-Briefing nachträglich so anpassen, dass es unseren internen Richtlinien und Qualitätsanforderungen entspricht.
6. Wir werden die Kampagne auf Wunsch des Kunden per sofort stoppen. Die Blogger, die bisher verbindlich für die Kampagne angenommen wurden, erhalten alle wie vereinbart ihr Honorar. Wir werden allen teilnehmenden Bloggern per E-Mail kontaktieren und die nächsten Schritte kommunizieren.
7. Herr Bilz-Wohlgemuth hat mir telefonisch ausdrücklich bestätigt, dass das Ziel der Kampagne niemals war, Bloggern vorzuschreiben, was sie zu sagen hätten. Es sei lediglich zum Ausdruck gebracht worden, dass das Wunschresultat der Kampagne möglichst viele positive Berichte und Kommentare (auch im Apple Store) wären (wer möchte das nicht…). Aufgrund eines internen Fehlers ist diese Information dann wortwörtlich ins interne Briefing gerutscht und ist dann bis zuletzt drin geblieben und bedauerlicherweise auch ins öffentliche Blogger-Briefing übertragen worden. Aufgrund dieses Kommunikations-Fehlers ist dem Kunden empfohlen worden, eine Advertorial-Kampagne zu machen, obwohl eine Text-Review Kampagne die deutlich bessere Wahl gewesen wäre (insbesondere für die Leser, also auch für den Kunden). Daraus werden wir interne Konsequenzen ziehen, damit dies nicht mehr passiert.
Ich bedaure diese Situation und ich entschuldige mich bei allen Beteiligten (insbesondere der Süddeutschen Zeitung) für diese massiven Fehler unsererseits. Wir haben nun nicht nur einen renommierten Kunden verloren, sondern wir haben vielen Menschen unnötigen Stress und Kummer verursacht. Das tut mir sehr Leid!
Freundliche Grüsse
Remo Uherek
Geschäftsführer, Trigami AG
(Quelle: Kommentar bei UPLOAD-Magazin)
Hallo Herr Tißler,
Mein Name ist Peter Bilz-Wohlgemuth, ich bin hier bei sueddeutsche.de für das Marketing und damit auch für die Trigami-Kampagne verantwortlich. Bitte erlauben Sie mir, noch mal kurz Stellung zu Ihrem Beitrag zu nehmen:
1. Wir wollten eine virale Kampagne lancieren
Dazu haben wir bei Trigami eine Blog-Kampagne in Auftrag gegeben. Wir haben jedoch immer betont, dass wir mitnichten „lobende Blogposts“ haben wollen, sondern uns gerade für Trigami entschieden, weil – wie Sie ja selbst schreiben – hier der Blogger die Freiheit hat, zu entscheiden, was er schreibt und was nicht. Ich zitiere aus Ihren eigenen Worten: „Über Trigami habe ich auch hier im Blog bezahlte Postings veröffentlicht – wenn sie thematisch passend waren und ich die Freiheit bekam, selbst über den Inhalt zu entscheiden.“ Dass wir dabei eben nicht eine unreflektierte „Lobhudelei“ wollten, können Sie auch daran sehen, dass wir als Voraussetzung für die Rezension einen Download und damit verbundene Beschäftigung der App gefordert haben.2. Das war ein Fehler
Dennoch zeigt Ihr Feedback und das der Blogosphäre, dass diese Form des Marketings nicht den Erwartungen an uns entspricht. Wir werden daher in Zukunft von diesen Formen des Marketings Abstand nehmen.3. Wir ziehen die Konsequenzen
Wir haben uns daher auch entschieden, mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit Trigami zu beenden und haben die Kampagne bereits gestoppt.Mit freundlichen Grüßen,
Peter Bilz-Wohlgemuth
(Quelle: Kommentar bei UPLOAD-Magazin)
(via UPLOAD-Magazin)
Tags: fehler, kennzeichnung, kennzeichnungspflicht, prozesse, qualitätskontrolle, süddeutsche zeitung, Trigami
Ich ziehe meinen Hut vor eurer Offenheit. Meinen Respekt habt ihr auf jeden Fall. Ich hoffe, dass dieser (meines Erachtens) nicht so wilde Fauxpas kaum Konsequenzen haben wird. Drücke euch die Daumen.
[...] Werbe-Anbieter Trigami äußert sich inzwischen zu den vom Upload-Magazin vorgebrachten Vorwürfen. In dem hier einsehbaren Blog-Eintrag übt sich [...]
Das ist alles wirklich unglücklich gelaufen, auch wenn wir jetzt durch den ganzen Vorfall eine Menge neuer Besucher bekommen.
Süddeutsche Zeitung – Cash für positives Feedback?…
Ich bin nicht der erste der darüber bloggt, aber ich werde wohl auch nicht der letzte sein. Das Upload-Magazin berichtet hier sehr ausführlich, wie sich die Süddeutsche Zeitung über Trigami positive Blog-Beiträge sowie Kommentare im App-Store zur …
Auch ich möchte meinen Respekt zum Ausdruck bringen. Als Social Media Marketing Dienstleister habt Ihr natürlich gerade Ihr die Aufgabe entsprechend zu reagieren.
Genau das habt Ihr hiermit getan. Fehler passieren immer wieder, nur sollte man dazu auch stehen. Genau das macht Ihr so wie man es meiner Meinung nach tun sollte.
Wie ich mich schon gegenüber der 20 Minuten äußerte:
Was ich persönlich nicht verstehen kann, ist Tisslers Aussage ‘Qualitätszeitung kauft sich Bloggerlob’, schliesslich ist es nicht verwerflich, sich PR-Texte zu kaufen. Schliesslich sei es gang und gäbe, sich Plätze im redaktionellen Bereich einer Zeitschrift, Zeitung oder TV-Sendung (Paradebeispiel: ProSieben-Sendung Galileo) oder auf einer Website zu kaufen. Der Unterschied beim aktuellen SZ-Fall: Es wird sogar kenntlich gemacht, dass es sich um Werbung handelt. Das Prinzip der Trigami-Anzeigen: Blogger werden als Werbetexter genutzt und bekommen dafür diverse Auflagen. Anders geartet sei das Trigami-Review, in denen die Blogger ein Produkt testen können und ihre ehrliche und authentische Meinung wiedergeben können (inwiefern Trigami hier Vorlagen gibt oder Texte zensiert, kann ich nicht beurteilen). Was bei der aktuellen SZ-App-Kampagne zu kritisieren sei: «Wieso hat man sich nicht für die Review-Werbeform entschieden, liess Blogger also die Applikation ausführlich testen und ihre ehrliche Meinung und Kritik schreiben?
Hallo,
hier ist – meiner Meinung nach – kein Unglück geschehen, denn die SZ ist und bleibt den Anbietern anderen App-Store-Zeitung einfach weit voraus. Es ist auch die einzige Zeitung, der ich journalistische Qualität bescheinige.
Fazit: Auch ohne die fehlerhafte “Beschreibung” bin ich der Ansicht, dass der Anteil positiver Kommentare größer als 95% betragen würden.
MfG
Jan Fuellemann
[...] bei sueddeutsche.de, Peter Bilz-Wohlgemuth, sowie Trigami-Geschäftsführer Remo Uherek waren in diesen Belangen aber offen und vor allem überraschend ehrlich. Der Grundtenor: So wie es [...]
[...] Nachtrag, 18.01.2010 Das Upload Magazin meint “Peinlich, peinlich: “Süddeutsche Zeitung” kauft sich lobende Blogposts” für die iPhone-App. Die zuständige Marketing-Agentur Trigami reagiert mit einer Stellugnnahme. [...]
Gratuliere zur Reaktion, Remo – das gibt unter dem Strich sogar noch Pluspunkte.
Was ich noch nicht ganz verstehe: Ein Advertorial ist doch ganz klar Werbung. Offen nachzulesen – schon die Bezeichnung [Trigami-Anzeige] spricht eigentlich für sich. Bei einer Review mit solchen Vorgaben könnte ich die Aufruhr verstehen – aber es war ein Advertorial (oder irre ich mich da?) Oder schaltet man neuerdings Werbung, in der die Zeitung noch schnell selber hinschreiben kann, ob sie das Produkt gut findet?
Da finde ich jede Reisefieber-Sendung im Lokalradio hinterlistiger – die ja wohl garantiert nicht gesponsert ist…
[...] als das ihr dafür Blogartikel kaufen müsstet. Trigami hat nach dem großen Wirbel ja auch schon zugegeben, dass sie schuld sind und nicht ihr. Außerdem finde ich, dass ihr auch sonst nicht die volle [...]
Ich muss sagen das ich die Vorgehensweise von Trigami bei diesem Missverständnis sehr Schätze und die offene Stellungsnahme als sehr Positiv ansehe.
[...] von Trigami, gibt eine Erklärung ab, daß alles nur ein großes Mißverständnis war: die Süddeutsche treffe keine Schuld und alles, was vor die Wand gefahren worden sei, sei [...]
@Piet Word! Die Reaktion war auch meiner Ansicht nach durchaus lobenswert. Ich hoffe sehr, der kleine Fauxpas wirft Trigami nicht zurück, sondern zeigt im Gegenteil sogar noch Potenzial zur weiteren Verbesserung auf.
[...] bzw. mit diesen betrügerischen Kommentaren im Store.Ziemlich schnell haben sich dann auch Remo Uherek, Geschäftsführer von Trigami, und Peter Bilz-Wohlgemuth von sueddeutsche.de, eingeschaltet und den Vorfall aufgeklärt. Wer auch [...]
Es gibt nicht gute und schlechte Werbung, sondern nur Werbung und keine Werbung ;-)
[...] hat hier recht rasch reagiert und die komplette Veranwortung übernommen. Aufgrund von Missverständnissen im Vorfeld seien hier [...]
Unschöne Geschichte, die man bei Euch vermutlich unter “Dumm gelaufen” verbuchen wird, aber die Euch nicht nachhaltig schädigen wird, wie ich denke. Ich finde es schön, wie der ganze Vorgang hier dokumentiert wird und zumindest meiner Meinung nach kommt die SZ dabei entschieden schlechter weg als Trigami.
Hm, ich würde hier überhaupt nicht anfangen, zu überlegen, wer “schlechter weggekommen” ist. Trigami hat sich in einem kniffligen Umfeld als eine seriöse und glaubwürdige Plattform etabliert. Die Blogosphäre reagiert wie wohl keine andere “Kultur” besonders sensibel auf Tendenzen zur Unehrlichkeit. Passiert hier der kleinste Fehler, schlägt das automatisch große Wellen. Und das ist gut so, ohne Frage.
Mal ehrlich: Ohne die Berichterstattung (die, mag sie auch etwas reißerisch gewesen sein, unentbehrlich ist) wäre die Kampagne vermutlich sauber durchgelaufen, viele Trigami-Blogger hätten aufrichtige Advertorials (die wie oft erwähnt auch als solche gekennzeichnet sind) verfasst und die Süddeutsche hätte ihr augenscheinlich überzeugendes Produkt ohne jeden Beigeschmack bekannter machen können. Dass die Süddeutsche allerdings nicht in der Lage war, im Zuge der aufkeimenden Diskussion irgendein Risiko einzugehen, leuchtet mir auch ein. Nur wer jetzt nach Verlieren sucht, hat verloren. Beide Parteien können aus der gescheiterten Kampagne wertvolle Schlüsse ziehen, solange diese nicht übereilt sind.
Hallo,
bin gerade über google auf das thema gestossen :) ich hätte nie gedacht das eine solche kampagne solche wellen schlagen kann…
na ja, jetzt kann auf jedenfall jeder genau lesen was,wie,wann dazu geführt hat :)
direkte stellungsnahme von trigami find ich auch ok !
gruß
Soviel “Respekt!” im Kommentarbereich einer Social-Media-Marketing-Agentur (ja, auch ich kenne deppenleerzeichen.de) zu lesen, ist mal gelebte Realsatire ^^
[...] http://www.trigami.com/blog/2010/01/18/stellungnahme-zur-suddeutsche-zeitung-kampagne/ 50.953846 6.991220 [...]
[...] Reality: Das ganze Internet in der Handy-Kamera | Netzökonom F.A.Z.-CommunityStellungnahme zur Süddeutsche Zeitung-Kampagne | Trigami Blog | Social Media Marketing Social Media MarketingL-Vis 1990 – United Groove Remixes | Mad DecentFirst Listen: Charlotte [...]
kommen Regeln für Schleichwerbung in Blogs?…
Die Diskussion um den „Trigami-Skandal“ der Süddeutschen Zeitung und ihrer iPhone-Applikation nimmt kein Ende. Die zum „Skandal“ hochgepushte Trigami-Blogkampagne der SZ ist Auslöser diverser Diskusionen um gekaufte Blogbeiträge. Jetzt schal…
Das Thema gekaufte PR wird hier einem breiten Publikum zum ersten Mal so richtig bewusst. Das was bisher über professionelle PR-Agenturen gemacht wurde, lässt sich eben bei Trigami & Co. leichter nachvollziehen. Übrigens immer sauber als Anzeige gekennzeichnet!
Irgendwie beschleicht mich aber auch das Gefühl, dass viele Leute Trigami nichts Übles wünschen sondern eher der Süddeutschen den Fehler aufs Brot schmieren wollen. Das erinnert mich an ein Interview mit sueddeutsche.de-Chef Hans-Jürgen Jacobs , bei dem das Thema SEO auf den Tisch kam. (http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/show.php?id=76891) Der Chefredakteur mokierte sich über die Online-Kollegen aus Berlin, bekam das Ganze von der Bloggosphäre hinterher mächtig um die Ohren gehauen…
[...] kann wie er will, ich weiss nicht warum sich dafür auf einmal Blogger, Süddeutsche und Trigami kollektiv schämen. Redaktionelle Werbung ist doch ganz normal, das machen doch alle … [...]
[...] Der ganze Verlauf des Brouhaha auf dem Blog von Trigami [...]
[...] #2: 75 Minuten danach (18. Januar 2010, 12:57 Uhr) meldet sich der CEO (Remo Uherek) persönlich mit einer offiziellen Stellungsnahme. [...]
Habe die Sache soweit mitverfolgt, und auch hier mal meine Sicht dazu gepostet:
viele Grüsse: B.
[...] Er war damit der drittbeste Tag seit Start des Blogs am 16.November 2009. Die Diskussion zum „Trigami-Skandal“ der Süddeutschen Zeitung brachte ebenfalls weitere Leser (951 Zugriffe), [...]
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