Gerade habe ich folgende interessante E-Mail erhalten:
Hey there,
I noticed that you’re a ReviewMe blogger who charges advertisers $400-per-post to blog about them on “blog xyz”. Doesn’t it bother you that ReviewMe is taking half of your money? There is no reason why you should lose such a large cut of your proceeds when it is your blog driving the traffic.
On behalf of the gang at PPP I wanted to help you get rid of ReviewMe as the middleman and do it direct with PayPerPost Direct, www.payperpostdirect.com. PayPerPost Direct would allow you to keep $360 for that post rather than the paltry $200 ReviewMe is paying you.
Check it out at http://www.payperpostdirect.com. Feel free to ping me any time if you have any questions - or for any reason, for that matter. The official announcement is on the PPP blog, http://blog.payperpost.com/2007/05/payperpost-direct-overview.html.
Cheers,
Chris
Kann es wirklich sein, dass PPP zu solchen Methoden greift, um User von ReviewMe abzuwerben? Oder handelt es sich um Spam-Mails mit der Absicht, PPP zu schaden? Wer hat dieses E-Mail sonst noch erhalten?
Es gibt interessante Updates zum erwähnten PayPerPost-Experiment. Per 9. April lautet der Status quo:
• Die Gesamtkosten sind auf $3,596.29 gestiegen (es wurden weitere bezahlte Postings veröffentlicht)
• Die Kosten pro Besucher sind auf $0.33 gefallen
• Endlich gibt es auch Zahlen zu Conversions: Insgesamt wurden 1968 Anmeldungen gezählt. D.h. die Kosten pro Registration belaufen sich auf aktuell $1.83
• Das Schöne ist: Die Kosten pro Besucher und pro Registration werden laufend sinken, da es sich bei den Gesamtkosten um einmalige Kosten für bezahlte Postings handelt, die noch jahrelang Nutzen stiften werden
Jetzt wäre es langsam Zeit für eine deutschsprachige Version dieses Experiments. Wenn Dein Unternehmen Lust hat, ein Experiment eines ähnlichen Umfangs (d.h. 100-200 Rezensionen) mit uns anzupacken, sind wir dazu natürlich gerne bereit :-). Anfragen gerne an remo@trigami.com.
PayPerPost hat folgendes Experiment durchgeführt:
• Sie haben eine brandneue Website ausschliesslich über PayPerPost beworben
• Für $2,585.01 wurden in 4 Tagen 190 bezahlte Postings geschrieben
• Zusätzlich wurde ein Banner im PayPerPost-Blog geschaltet für $571.42
• In 4 Tagen wurden 6876 Besucher gezählt.
• D.h. ein Klick kostete $3,156.43/6876 = $0.46
Zu beachten gilt:
• Es ist nichts über die Conversion Rate bekannt (d.h. die “Qualität” des Traffics)
• Der Klickpreis ist auf den ersten Blick konkurrenzfähig mit Klickpreisen bei Suchmaschinen (was allerdings schwierig zu beurteilen ist, wenn die Conversion Rate nicht bekannt ist)
• Der Klickpreis wird kontinuierlich fallen, denn die $3,156.43 waren einmalige Kosten, wohingegen die 190 bezahlten Postings noch jahrelang Traffic produzieren werden
• Generierter Traffic ist nicht das Einzige was zählt. Blogleser können sich auch intensiv mit einer Sache beschäftigen, ohne zwingend auf Links zu klicken. Ausserdem müssten die 190 bezahlte Postings tonnenweise Feedback enthalten, die man in Produktverbesserungen fliessen lassen kann.
Beispiele der 190 Postings finden sich bei Technorati.
Sehr interessantes Interview von Jason Calacanis (Gründer von Weblogs, Inc.) mit PayPerPost-Gründer Ted Murphy.
Interessante Punkte:
- PayPerPost hat aktuell 5000 Kunden
- Zu Beginn keine Kennzeichnung zu verlangen war nach Aussagen von Ted Murphy ein Fehler von PayPerPost (jetzt verlangen Sie eine Kennzeichnung)
- Jason empfiehlt Ted folgende Verbesserungen, die gemäss seinen Angaben alle Kritiker zufriedenstellen würde: 1) Gewährleistung vollkommener redaktioneller Freiheit, 2) Gewährleistung klarer Kennzeichnung, z.B. Kennzeichnung als “Advertorial” am Anfang und am Ende jedes bezahlten Postings
- Es müssen und es werden sich Standards herauskristallisieren
- Das Hauptproblem von Jason ist die Vermischung von Inhalt und Werbung, und dass Leser bezahlte Postings einfach nicht erwarten und darum irregeführt werden. Klassische Werbung ist etabliert und wird klar als Werbung erkannt, bezahlte Postings offenbar nicht. Jason argumentiert sehr stark mit der Verwirrung von Lesern: Fernsehwerbung wird als Werbung erkannt; Productplacement in Filmen wird erwartet; Google-Anzeigen werden klar als Anzeigen erkannt; bezahlte Postings nicht.
- Gemäss Jason ist es die Verantwortung von PayPerPost, bezahlte Postings klar kennzuzeichnen und Standards zu definieren.
- Ted argumentiert mit Affiliate Marketing: Hier wird auch keine Kennzeichnung verlangt und es kann genauso irreführend sein (kein Teilnehmer des Amazon-Partnerprogramms kennzeichnet die Affiliate-Links). Jason gibt ihm recht und sagt, dass Kennzeichnung auch bei Affiliate Marketing kommen wird (ausserdem sagt Jason, dass er bei Weblogs, Inc. deswegen nie Affiliate Links erlaubt hat). Ted sagt, dass Affiliate Marketing schlimmer als bezahlte Postings sind. Denn die Leute haben durch die Performance-Vergütung einen noch direkteren Anreiz, Leute zum Klicken/Kaufen zu bewegen.
- Jason argumentiert, dass PayPerPost das gesellschaftliche Vertrauen in Blogs schmälern wird, wenn Leser irregeführt werden. Ted wirft ein, dass jeder PayPerPost-Blogger eine Disclosure-Policy veröffentlichen muss und somit niemand irregeführt wird.
- Jason hat $1000 gezahlt, damit sich Ted “CalacanisCast” mit Filzschreiber auf die Stirn schreiben lässt. Ted hat es gemacht und Jason hat damit sein erstes “Paid Posting” geschrieben - Jason hatte viel Spass dabei und die beiden scheinen richtig dicke Freunde zu werden :-)

Wenn das mal kein Happy End ist.