Wie schon im letzten Interview mit Yoda angedeutet, hat ein Blogger aus dem Euroraum bereits mehr als 1000 EUR ausbezahlt erhalten. Es handelt sich um Ritchie Pettauer vom datenschmutz.net-Blog.
Auch Ritchie hat sich für ein kleines Interview bereit erklärt:
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1) Du bist der erste Blogger, der bisher insgesamt über 1000 EUR von uns ausbezahlt erhalten hat. Wie kommt es dazu, dass trigami so gut für Dich funktioniert?
Ritchie:
Ich war von Anfang sehr überzeugt von der Idee und fand es schade, dass man mit einem deutschsprachigen Blog bei den us-amerikanischen Blog-Werbeservices aufgrund der Sprachbarriere kaum eine Chance auf Aufträge hat. Daher habe ich mich, als ich vom Start trigamis erfuhr, sofort angemeldet. Zu Beginn habe ich mich gefragt, ob’s denn auch gelingen wird, in kurzer Zeit ausreichend Werbekunden zu gewinnen. Das ist anscheinend sehr gut gelungen, die Ausschreibungen werden von Woche zu Woche mehr. Ich glaube, dass trigami für mich persönlich vor allem deshalb so gut funktioniert, weil ich seit Jahren als Consultant im New Media Bereich und gleichzeitig als Journalist arbeite. Zu dieser Kombination passt die Art Jobs, die trigami vergibt, natürlich hervorragend.
2) Bewirbst Du Dich eigentlich für alle Kampagnen? Wie bewirbst Du Dich, was ist Dein Geheimnis?
Ritchie:
Auf datenschmutz schreibe ich in erster Linie über neue Web 2.0 Services und Internet-Communities, die ich, ganz allgemein ausgedrückt, spannend finde. Sehr viele der trigami-Ausschreibungen, die ich bis dato bekommen habe, befassen sich in der einen oder anderen Form mit Online-Services. Da sich mein Blog mit dem Medium Internet als solches beschäftigt und nicht einem einzelnen spezialisierten Thema - wie etwa Reisen oder Mode - habe ich sozusagen das Glück, dass thematisch bisher viele Ausschreibungen gepasst haben. Wenn eine neue Ausschreibung hereinkommt, dann schau ich mir das Produkt bzw. die betreffende Internetseite ein paar Minuten lang an und entscheide dann, ob ich mich bewerbe: wenn mir das Konzept nach dieser Zeit nicht einleuchtet oder ich nicht verstehe, was die Betreiber der Seite eigentlich wollen, oder wenn ich die Seite unterirdisch schlecht finde (was aber erst bei einer Ausschreibung der Fall war), lehne ich dankend ab.Über ein dediziertes Erfolgsgeheimnis habe ich bisher nicht nachgedacht, aber vielleicht liegt’s ja auch daran, dass ich nur Ausschreibungen zu Produkten annehmen, über die ich auf meinem Blog potentiell auch ohne Bezahlung schreibe würde - aber der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.
3) Du warst ja von Anfang an bei trigami dabei. Was ist Dein persönliches Fazit? Würdest Du trigami anderen Bloggern empfehlen?
Ritchie:
Ich empfehle trigami auf jeden Fall uneingeschränkt. Von den meisten Longtail-Werbeformen profitiert lediglich der Plattformbetreiber: mit Partnerprogrammen von Affili.net, Zanox und Co. kann man vermutlich auf thematisch spezialisiertenn Blogs ein nettes Nebeneinkommen erzielen, meine persönlichen Erfahrungen mit diesen Werbeformen sind allerdings nicht besonders prächtig. Die Relation von Aufwand zu Bezahlung finde ich bei trigami fair, und ich glaube, dass die Firma sich noch sehr gut entwickeln wird: das Genre der bezahlten Rezensionen ist im deutschsprachigen Teil Blogistans ja noch ganz neu, löst einiges an Diskussionen aus und ist meiner Ansicht nach erst dabei, ein Teil des “Mediamix” zu werden. Sehr erfreulich finde ich bei trigami die raschen Reaktionen auf Support-Anfragen und die Diskussionsbereitschaft der Betreiber.
Im übrigen wundere ich mich über die Kritik, der trigami auf manchen Blogs ausgesetzt ist: ein Weblogautor sollte ganz simpel gesagt selbst entscheiden, ob es sich um eine für seine Seiten geeignete Werbeform handelt oder nicht - die redaktionelle Freiheit ist bei trigami gewährleistet, und jegliche Diskussion darüber, ob denn bezahlte Einträge auf Blogs “erlaubt” oder “moralisch zulässig” seien, geht meiner Ansicht nach an des virtuellen Pudels Kern vorbei.
Jeder Blogger arbeitet ja ohnehin als unbezahlter Mitarbeiter zumindest von Technorati, Digg, Google und zahlreichen weiteren Aggregatoren: von einer Non-Commercial oder Non-Profit Szene kann in diesem Setup schon mal a priori keine Rede sein. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur schon zu lange Journalist und Autor, um ein Problem mit der Vorstellung zu haben, fürs Schreiben bezahlt zu werden. Da Blogistan nun mal von einer sehr inhomogenen Gruppe bevölkert ist, kann man es sicherlich nicht allen Recht machen, und wie erwähnt liegt die Entscheidung über die “Kommerzialisierung” des eigenen Blogs ganz allein in den Händen des Betreibers: und ich hab mich definitiv dafür entschieden, mit trigami weiterhin Geld zu verdienen :-)
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Alle trigami-Rezensionen von Ritchie finden sich zusammengestellt auf seinem Blog.
Ritchie, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit dem Bloggen :-).